Berufsfeuerwehr Köln
Teppich Schmitz GmbH

In Zusammenarbeit mit:
Forbo Flooring GmbH
Uzin Utz AG

Führungs- und Schulungszentrum

 

Städtebauliche Situation
Der Neubau für die Zentrale der Kölner Berufsfeuerwehr sollte auf dem Gelände des bestehenden Feuerwehrgebäudes, in der Scheibenstraße gegenüber der Kölner Pferderennbahn entstehen. Auf dem Grundstück haben wir einen wertvollen Laubbaumbestand vorgefunden. Außerdem grenzt das Grundstück an ein Landschaftsschutzgebiet, das idyllisch anmutet. Das hat uns dazu bewogen, eine Lösung zu suchen, die sich schonend in die natürliche Umgebung einpasst, wenig Flächen versiegelt und den Baumbestand erhält.

Nach dem 11.09.2001 ist die Sensibilität für die terroristische Bedrohung weltweit gestiegen. Die zuständigen Behörden der Stadt Köln haben festgestellt, dass die alte Leitzentrale der Feuerwehr ein hohes Risiko darstellt. Unser Architekturbüro hat Anfang 2002 den Auftrag für die Planung einer neuen Leitzentrale und der Feuerwehrschule erhalten. Wir haben sehr schnell die besondere Bedeutung dieser Aufgabe erkannt. Es war unsere Absicht, durch den Neubau ein Zeichen zusetzen als angemessenes Symbol für die aktuelle Bedeutung der Feuerwehr mit ihrer besonders wichtigen sicherheitstechnischen und gesellschaftlichen Funktion. Um Höhe und Ausdehnung auf ein sinnvolles Maß zu begrenzen, haben wir als optimale Lösung einen Komplex aus zwei Baukörpern vorgesehen:



(1) einen runden Baukörper (Durchmesser 46,5 m), in dem vorwiegend die Einsatzleitzentrale untergebracht ist


(2) einen langgestreckten orthogonalen Riegel (13,8 m x 58 m), in dem hauptsächlich die Feuerwehrschule und Büros vorgesehen sind.

 

 

Gestalterisches Konzept/Materialien

 

Folgende Gedanken waren uns beim Entwerfen wichtig:


  • Wir wollten nicht nur ein „funktionales“ Gebäude planen, sondern ein Zeichen setzen.

  • Wir wollten die neue Bedeutung der Sicherheit für unsere Gesellschaft (in diesem Fall die Funktion der Feuerwehr) in angemessener Form darstellen.

  • Wir wollten die neue Zentrale nicht „verstecken“, damit sie geschützt ist, im Gegenteil, das Gebäude soll sichselbstbewusst nach Außen zeigen. Für das wichtigere Gebäude der Leitzentrale haben wir uns für einen prägnanten Rundbau entschieden. Die Feuerwehrschule haben wir in einen zurückhaltenden Riegel untergebracht. Vor dem Riegel steht eine lange Wand mit orthogonalen Öffnungen. Die lange Wand hat die gleiche Farbe wie der Rundbau. Sie bildet den ruhigen Hintergrund vor dem sich das Gitter des anspruchsvolleren Rundbaus entfaltet. Wir wollten auch ästhetisch ein Zeichen setzen. Wir haben ein frei gestaltetes Gitter entworfen. Auf der Zeichensymbolik kann das chaotische Gitter als „loderndes Feuer“, also als Gefahr oder Bedrohung gedeutet werden. Das Chaos ist aber, durch die horizontale Kante oben, sowie durch die orthogonale Struktur der Fenster, Terrassen und Tore, begrenzt und „gezähmt“. Psychologisch gedeutet: die irrationale Unordnung und Bedrohung wird rational geordnet und beherrscht. Das Gitter ist aber auch aus funktionaler Sicht sinnvoll. Als Sichtschutzwand lässt es Licht herein, bildet aber doch eine optische bzw. psychologische Barriere. Die eingeschnittenen Höfe sind gewissermaßen durch das Gitter geschützt.

Die Wände der Leitzentrale, die an diese Höfe angrenzen, konnten somit großflächig verglast werden. Diese Fenster sind von Außen nur indirekt einsehbar. Das Gitter besteht aus 32 senkrechten Betonfertigteilen von 16,6 m x 4,52 m, aus roteingefärbtem Beton mitglatter Oberfläche. Seinem Charakter nach erinnert dieses Material an einen roten Sandstein. Vor den Innenhöfen steht die Struktur frei, im Bereich der Nutzräumewurden hinter der Betonstruktur geschlossene Wände mit Wärmedämmverbundsystem hochgezogen. Der Putz ist hellgrau eingefärbt. Die Ostwand des Riegels ist 90 m lang und überragt auf beiden Seiten das Gebäude, überdeckt auch die schmale Seite des Altbaus, der somit in den neuen Komplex integriert wird.